Die Zukunft des Tourismus bei der ENTER-Konferenz 2024

Die Zukunft des Tourismus bei der ENTER-Konferenz 2024

Welche Technologien und Entwicklungen werden den Tourismus in den kommenden Jahren prägen und was bedeuten sie für Österreich als Tourismusland? Anlässlich der ENTER-Konferenz in Izmir Mitte Jänner werfen wir einen Blick auf nicht weniger als die Zukunft des Tourismus. ÖW-Innovations-Expertin Barbara Prodinger stellte auf der Konferenz nicht nur wichtige Erkenntnisse aus Ihrer eigenen Arbeit vor, sondern führte auch spannende Interviews mit Forscher:innen.

Vom 17. bis 19. Jänner 2024 wurde die historische Stadt Izmir in der Türkei zum Dreh- und Angelpunkt für e-Tourismus-Profis und Innovator:innen. Die ENTER-Konferenz, organisiert von der International Federation for IT and Travel & Tourism (IFITT), fand zum 31. Mal statt und brachte Expertinnen und Experten aus aller Welt zusammen. Dieses Jahr stand die Konferenz unter dem Motto: „Challenging the next 30 Years: What is the Future of Tourism?“

Warum erfährt der Tourismus heutzutage große Veränderungen?

Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, und dies aus verschiedenen Gründen. Einer der Hauptfaktoren ist zweifellos die fortschreitende Globalisierung. Reisen ist heute einfacher und erschwinglicher geworden, was zu einem Anstieg der Reiseaktivitäten weltweit geführt hat. Gleichzeitig haben sich die Bedürfnisse und Erwartungen der Reisenden verändert. Sie suchen nach authentischen Erlebnissen, individuellen Reiserouten und personalisierten Angeboten.

Warum sind diese Veränderungen für Österreich relevant?

Österreich als Tourismusdestination ist von den Veränderungen im Tourismussektor besonders betroffen. Wir sind bekannt für unsere atemberaubende Natur, die kulturellen Schätze und unsere Gastfreundschaft – und diese Erfahrungen werden von den Gästen auch immer mehr erwartet.

Die Digitalisierung bietet Österreich die Möglichkeit, seine einzigartigen Angebote und Erlebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie kann die Reichweite erhöht, neue Zielgruppen angesprochen und personalisierte Angebote bereitgestellt werden. Darüber hinaus ermöglicht die Digitalisierung eine effizientere Vermarktung und Vertriebsstrategie, was zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen kann.

Die Umsetzung, also das Schaffen von digital versprochenen Erlebnissen in der echten Welt, liegt dann in den Händen der Partner, Betriebe und Destinationen. Wer nicht erfüllt, was versprochen wird, kann auch rasch die negativen Seiten der digitalen Kommunikation zu spüren bekommen.

Alle Informationen über die Aktivitäten und Services im Bereich Innovation finden Sie hier.

Die Zukunftsthemen für Tourismusorganisationen

Tourismusorganisationen werden sich in den nächsten Jahren mit einer Reihe von Zukunftsthemen auseinandersetzen müssen, um den Anforderungen der sich wandelnden Tourismuslandschaft gerecht zu werden. Dazu gehören:
 

  • Personalisierung und Individualisierung

Reisende suchen zunehmend nach maßgeschneiderten Erlebnissen. Tourismusorganisationen müssen ihre Angebote individualisieren und personalisieren, um den Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Technologiepartnern, um innovative Lösungen zu entwickeln.
 

  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema im Tourismus. Tourismusorganisationen müssen sich verstärkt mit umweltfreundlichen Praktiken und nachhaltigem Tourismus auseinandersetzen. Neue Technologien können dabei helfen, den ökologischen Fußabdruck des Tourismussektors zu reduzieren und umweltfreundliche Alternativen zu fördern. Mehr zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie hier.
 

  • Virtuelles Reisen und immersive Technologien

Virtuelles Reisen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Durch den Einsatz von Virtual-Reality-Technologien können Reisende virtuell in eine Destination eintauchen und diese erkunden, bevor sie tatsächlich dorthin reisen. Dies ermöglicht es den Reisenden, sich ein realistisches Bild von der Destination zu machen und ihre Reiseentscheidungen besser zu treffen. Darüber hinaus bieten immersive Technologien wie Augmented Reality (AR) und 360-Grad-Videos ein interaktives und beeindruckendes Erlebnis, das die Neugier der Reisenden weckt und ihr Interesse an einer Destination steigert.

Mit der Frage, wie Gäste ihr Reiseziel vorab virtuell erfahren können, beschäftigt sich auch die Österreich Werbung. Barbara Prodinger (Innovation und Community Managerin der ÖW) präsentierte auf der Konferenz gemeinsam mit Jakob Uhl, Markus Murtinger und Armin Brysch das Forschungsprojekt „A Journey for All Senses: Multisensory VR for Pre-Travel Destination Experiences“. Das untersuchte Projekt nutzt Virtual und Augmented Reality, um Reisenden ein immersives Erlebnis von Destinationen zu ermöglichen.
 

  • Künstliche Intelligenz und Chatbots

Künstliche Intelligenz (KI) und Chatbots spielen eine immer größere Rolle im Tourismussektor. KI-gesteuerte Chatbots können die Reisenden bei der Reiseplanung, Buchung und sogar während der Reise unterstützen. Sie können Fragen beantworten, Empfehlungen geben und personalisierte Angebote bereitstellen. Durch den Einsatz von KI können Tourismusorganisationen effizienter arbeiten und gleichzeitig den Service für die Reisenden verbessern. Wie wir von der Österreich Werbung Chatbots bereits einsetzen, lesen Sie hier.

Was sind aus der Sicht von Prof. Dimitrios Buhalis von der Bournemouth University die spannendsten Zukunftsthemen? Barbara Prodinger hat nachgefragt. Sehen Sie hier das Video-Interview.

Neue Erkenntnisse im Bereich des virtuellen Reisens

Virtuelles Reisen ermöglicht es den Menschen, neue Orte zu erkunden und kulturelle Erfahrungen zu sammeln, ohne physisch anwesend zu sein. Dies kann insbesondere in Zeiten von Reisebeschränkungen und Unsicherheiten von großem Vorteil sein. Virtuelles Reisen bietet auch die Möglichkeit, historische Stätten zu bewahren und zu dokumentieren, um sie für zukünftige Generationen zugänglich zu machen, ohne diese Orte durch physische Besuche zu belasten.

Auch Barrierefreiheit bzw. virtuelles Reisen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen spielen eine wichtige Rolle und weisen auf einen zukunftsträchtigen Markt hin, der noch nicht ansatzweise erschlossen ist bzw. bearbeitet wird.

Prof. Armin Brysch von der Hochschule Kempten erklärt in diesem Video aus seiner Perspektive, welche neuen Erkenntnisse es im Bereich des virtuellen Reisens gibt.

Multisensorische Komponenten in der Forschung

Die Forschung im Bereich des virtuellen Reisens hat auch multisensorische Komponenten einbezogen, um das Erlebnis noch realistischer zu gestalten. Durch den Einsatz von Gerüchen, Klängen und haptischem Feedback können Reisende ein immersiveres und authentischeres Erlebnis genießen. Diese multisensorischen Komponenten tragen dazu bei, die Grenzen zwischen der virtuellen und der realen Welt weiter zu verwischen und das Gefühl der Präsenz zu verstärken.

Neue Technologien zur Förderung der Nachhaltigkeit im Tourismus

Die Nutzung neuer Technologien kann auch dazu beitragen, die Nachhaltigkeit im Tourismussektor zu gestalten. Zum Beispiel können intelligente Energie- und Ressourcenmanagement-Systeme in Hotels und Unterkünften eingesetzt werden, um den Energieverbrauch zu optimieren und Abfälle zu reduzieren. Auch die Förderung von Elektromobilität und die Integration erneuerbarer Energien in den Tourismussektor sind wichtige Schritte zur Reduzierung der Umweltauswirkungen. Bei all dem helfen uns nicht zuletzt moderne Messinstrumente, strategisch richtige Entscheidungen zu treffen.

Darüber hinaus können digitale Plattformen und Apps dabei unterstützen, den CO2-Abdruck zu verringern, indem sie Reisenden Informationen über umweltfreundliche Transportmittel, nachhaltige Unterkünfte und lokale Initiativen zur Verfügung stellen. Diese Technologien können dazu beitragen, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen und Reisende zu ermutigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.

Barbara Prodinger fragte bei der Konferenz Prof. Sara Dolnicar von der University of Queensland, inwiefern Technologie dazu beitragen kann, Nachhaltigkeit im Tourismus zu gestalten.

Was konnten wir von der ENTER-Konferenz 2024 mitnehmen?

Der Tourismussektor befindet sich in einer Phase des Wandels, angetrieben von den Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Österreich als Tourismusdestination kann von diesen Veränderungen profitieren, indem wir die neuen Technologien aktiv nutzen. Dafür ist es notwendig, dass wir uns rechtzeitig mit Zukunftsthemen wie Personalisierung, Nachhaltigkeit, virtuellem Reisen und Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen, um den Anforderungen der sich wandelnden Tourismuslandschaft gerecht zu werden.

Wir von der Österreich Werbung freuen uns darauf, Sie auf diesem spannenden Zukunftsweg des Tourismus begleiten zu können.

 

© IFITT
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